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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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30J Ueber die menfchliche Natur.

ift, hindert. Die TJngewifsheit ift wirklich in dereinen Rückficht fo nahe mit Hoffnung als mit Furchtverbunden, denn fie macht auch einen wefentlichenBeftandtheil von der erftern Leidenfchaft aus; aberder Grund, warum fie fich nicht auf diefe Seiteneigt, ift, weil die Ungewifsheit allein unangenehmift, und mit den Impreffionen der unangenehmenLeidenfchaften im Verhältniffe fteht.

Unfre Ungewifsheit über Kleinigkeiten, dieeine Perfon betreffen, ift es alfo, was unfre Beforg«niffe wegen ihres Todes oder' Unglücks vergröfsert.Horaz hat diefe Erfcheinung fehr gut bemerkt.

Ut affidens implumibus pullis avisSerpentium allapfus timetMagis relictis; non ut adfit auxiliLatura plus praefentibus.

Aber dielen Grundfatz der Verknüpfung derFurcht mit der Ungewifsheit kann ich .noch weiterbrauchen, indem ich bemerke, dafs ein Zweifel die-fe Leidenfchaft felbft alsdann hervorbringt, wennfich auch auf der einen Seite uns nichts, als was gutund begehrungswürdig ift, darftellt. Ein Mädchengeht bei ihrer Brautnacht voll Furcht und Angft zuBette, ob fie gleich nichts als Vergnügen der höch-ften Gattung, und das, was fie fchon lange vorhergewünfcht hat, erwartet. Die Neuheit und Gröfseder Begebenheit, die Verworrenheit der Wünfcheund Freuden bringen das Gemiith in eine folcheVerlegenheit, dafs es nicht weifs, bei welcher Lei-denfchaft es bleiben foll; woraus ein Hin- und Her-flattern