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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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300 Ueber die menfcbliche Natur.

fühlen, ohne die geringfte Mifchung von Freude,und entfteht allein aus dem Schwanken der Phanta-fie zwilchen ihren Objekten. Und obgleich jedeSeite diefer Frage hier dielelbige Leidenfchaft her-Vorbringen würde, fo kann lieh diele Leidenlchaftdoch nicht feftfetzen, fondern empfängt von derEinbildungskraft eine zitternde und unruhige Bewe-gung, die fowohl ihrer Urfaclie als ihrer Empfin-dung nach, der Mifchung und dem Kampfe vonTraurigkeit und Freude ähnlich ift.

Aus dielen Grundfätzen können wir eine Er-fcheinung in den Leidenfchaften erklären, welchebei dem erften Anblick ganz aufserordentlich zufeyn fcheint, ziemlich, dafs üch auch Verwunde-rung in Furcht verwandeln kann, und dafs uns je-des Ding, das uns unerwartet kömmt, erfclireckt.Der gewöhnlichfte Sclilufs hieraus ift, dafs diemenfchliche Natur im Allgemeinen kleinmiithig undfurchlfam fev; da wir bei der fchnellen Erfcheiriungeines Dinges unmittelbar fcliliefsen, dafs es ein Ue-bel fey, und ohne zu warten, bis wir feine Naturunterfuchen können, ob es gut oder böfe fey, gleichanfangs mit Furcht erfüllt werden. Diefes, fage ich,ift der gemeinfte und gewöhnlichfte Sclilufs. Aberbei näherer Untcrfuchung werden wir finden, dafslieh diele Erfcheinung noch ganz anders - erklärenläLsi. Das Plötzliche und Befremdende einer Er-fcheinung erregt natürlicherweife eine Bewegung imGemüthe, fo wie jedes Ding, zu dem wir nicht vor-bereitet und gewöhnt find. Diefe Bewegung bringt

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