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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
289
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Von dem Willen u. f. w.

Je nachdem entweder ein Gut oder ein Uebelnngewifs ift, fo entfpringt Hoffnung oderFurcht, nach den verfchiedenen Graden der Un-gewifsheit auf der einen oder der andern Seite.

Verlangen entfpringt von einem Gute, dasfchlechthin als ein folches vorgeftellt wird, und Ab-fcheu von einem Uebel. Der Wille äufsert fich, wennentweder das Gut oder die Abwefenheit einesUebelsdurch eine Handlung des Gemiiths oder des Körperserreicht werden kann.

Aufscr dem Guten und Böfen oder mit andern\

Worten dem Angenehmen und Unangenehmen, ent-ftehen die direktenLeidenfchaften häufig von einemnatürlichen Antriebe oder Inftinkte, der ganz uner-klärbar ift. Von diefer Art ift das Verlangen nachder Beftrafung unfrer Feinde und nach dem Wohl«feyn unferer Freunde; Hunger, Gefchlechtsluft, undeinige wenige andre körperliche Triebe. Diefe Lei-denfchaften bringen eigentlich zu reden ein Gut undUebel hervor und rühren nicht, wie die andern Lei-denfchaften, von ihnen her.

Es fcheint keine von den direkten Leidenfchaf-ten unfre Aufmerkfamkeit vorzüglich zu verdienen,ausgenommen Hoffnung und Furcht, denen wir des-halb hier eine ausführliche Unterfuchung widmenwollen. Es ift zuverläffig, dafs die nemliche Bege-benheit, welche, wenn fie gewifs ift, Traurigkeitoder Freude verurfacht, allemal Furcht oder Hoff-nung erweckt, wenn fie nur wahrfcheinlich und un-gevvifs ift. Um nun zu erklären, aus welchem Grün deZweiter Band. T die-