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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
288
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28S Ueber die menfchliche Natur.

chen Seele zufammenwirkt, die neuen Impreffionendes Stolzes oder der Demuth, der Liebe oder desHaffes. Diefe Neigung, welche uns mit dem Ob-jekte vereiniget oder von ihm trennt, fährt immer inihrer Wirkung fort, aber in Verbindung mit denindirekten Leidenfcliaften, welche von einemdoppelten Verhältniffe der Impreffionen undBegriffeentftehen.

Diefe indirekten Leidenfcliaften, welche alle-mal angenehm oder unangenehm find, ertheilen vonihrer Seite den direkten eine gewiffe Stärke, undvermehren unfer Verlangen oder unfern Abfcheudes Objekts. So erweckt ein Anzug von feinenKleidern eine angenehme Empfindung wegen feinerSchönheit; und diefe angenehme Empfindung ver-urfacht die direkten Leidenfchaften oder die Impref-fionen des Woliens und Verlangens. Und wiederum,wenn diefe Kleider als uns angehörig betrachtet wer-den, fo erweckt das doppelte Verhältnis die Em-pfindung des Stolzes, welche eine indirekte Leiden-ichaft ift; und das Vergnügen, welches diefe Leiden-fchaft begleitet, vereiniget fich fodann wieder mitden direkten Leidenfchaften, und ertheilt dem Ver-langen oder Wollen, der Freude oder Hoffnung neueKraft.

Wenn ein Gut gewifs oder wahrfcheinlich ift, foverurfacht es Freude. Wenn ein Uebel in einemgleichen Verhältniffe zu uns lteht, fo entfteht Trau-rigkeit oder Sorge.