Von dem Willen u. f. w.
»87
Neunter Abfchnitt.
Von den direkten LeiJenfchaften.
Es ift leicht zu bemerken, dafs fowohl die di-rekten als indirekten Leidenschaften auf Luft undUnluft gegründet find, und dafs zur Hervorbringungirgend einer Art von Leidenschaft nur die Vorltel-lung eines Gutes oder Uebels erforderlich ift. Ift Luitund Unluft weggefchaft, fo weicht auch unmittelbarLiebe und Hafs, Stolz und Demuth, Verlangen undAbfcheu und die meiften unferer durch Reflexionentftandenen oder abgeleiteten Impreffionen.
Die Impreffionen, welche am natürlichften undmit der wenigften Vorbereitung von dem Guten undEöfen entftehen, find die direkten Leidenfchaf-ten des Verlangens und Abfcheues, der Traurigkeitund der Freude, Furcht und Hoffnung, nebft demWollen. Die Seele ftrebt, vermöge eines urfprüngli-chen Inftinkts, fich mit dem Guten zu vereinigen,
und fich von dem Uebel zu trennen, ob fie uleicht b
blos im Begriffe vorgeftellt, und als in einer künfti-gen Periode der Zeit exiftirend angefehen werden.
Aber man fetze, dafs eine unmittelbare Impref-fion von Luft oder Unluft da ift, und zwar einefolche, die von einem Objekte, das mit uns oderandern verbunden ift, entfteht; fo hindert diefe dieNeigung'oder Abneigung mit den daraus folgendenBewegungen nicht, fondern erweckt dadurch, dafs fiemit gewillen Schlafenden Principien in der menfchli-
chen