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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
282
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382 Ueber die menfchliche Natur.

begeiftert wird, YViderftand fucht, und fich felbftmit Lebhaftigkeit zum Denken oder Handeln an-fchickt, fobald ihr Muth auf eine Materie ftöfst, dieihm Unterhaltung und Uebung verfchaffen kann;fo folgt, dafs jedes Ding, welches der Seele Stärkeund Leben giebt, es fey nun dadurch, dafs es dieLeidenfchaften oder die Einbildungskraft afficirt,der Regel nach der Phantafie diefe Neigung zumA Miteigen beibringt und fie beftimmt, gegen dennatürlichen Strom feiner Gedanken und Vorftellun-gen zu'laufen. Diefer aufwärtsftrebende Fortgangder Imaginadon ift der eben gegenwärtigen Gemüths-verfaffung getnäfs; und anftatt dafs ,die Schwierig-keit ihren Muth und ihre Lebhaftigkeit unterdrü-cken lollte, hat fie gerade die entgegengefetzte Wir-kung, indem fie fie noch mehr erhält und verftärkt.Tugend, Genie, Macht und Reichthümer find dahermit Höhe und Erhabenheit affociirt; fo wie Ar-muth, Sklaverei und Thorheit mit der Niedrigkeitund dem Herabfinken verbunden find. Wäre derFall mit uns fo,'wie ihn Milton bei den Engelnvorftellt, denen das Fallen zuwider ift,und die nicht finken können ohne grofseMühe und Arbeit, fo würde diefe Ordnungder Dinge ganz umgekehrt feyn; da hieraus erhel-let, dafs die wahre Natur des Steigens und Sinkensvon der Schwierigkeit und der Leichtigkeit herge-nommen ift, und folglich auch jede ihrer Wirkun-gen diefen Urfprung hat.

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