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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
278
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178 Ueber die menfchliche Natur.

beträchtlichen Entfernung leitet. Ein Mann, derfehl- weit gereifet ift, paffirt, auch wenn er in einemZimmer mit uns ift, für eine aufserordentliche Per-fon ; fo wie eine griechifche Münze auch in un-ferm Kabinet allenthalben für eine Seltenheit vonWerth gehalten wird. Hier führt das Objekt unfereBetrachtung durch eine fehr natürliche Affociationzu der Entfernung; und die Bewunderung, welcheaus der Betrachtung diefer Entfernung entfteht, kehrtdurch einen andern eben fo natürlichen Weg zu demObjekte zurück.

Aber obgleich jede grofse Entfernung eine Be-wunderung des entfernten Gegenftandes erzeugt, fowirkt doch eine Entfernung in derZeit weit ftärker,als eine Entfernung im Raume. Alle Biiften und In-fchriften werden weit höher gefchätzt, als Japa-nifche Tifche; und der Griechen und Rö-mer nicht zu gedenken, ift es doch gewifs, dafswir die alten Ch a 1 d ä e r und Egyp ti e r mit weitgröfserer Verehrung betrachten, als die neuen Chi-nefer und Perfer, und dafs wir uns weit mehrunnütze Mühe geben die Gefchichte und Chronologieder erftern aufzuklären, als es uns koften würde,eine Reife zu machen, und fich mit voller Gewifs-heit von dem Charakter, der Gelehrfamkeit und derRegierungsform der letztem zu unterrichten. - Ichwerde eine Abfchweifung machen müffen, um die-fes Phänomen zu erklären.

Es ift eine fehr bemerkungswerthe Eigenfchaftin der menfchlichen Natur, dafs ein Widerftand,

der