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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
273
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Von dem'Willen u. f. w.

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Begriffe ordnen, fo folgen wir immer der Succeffionder Zeit und gehen von der Betrachtung des einenObjekts weit leichter zu demjenigen, welches un-mittelbar darauf folgt, als zu dem, welches vor ihmvorherging. Wir können diefes unter mehrern Bei-fpielen auch aus der Ordnung lernen, die allenthal-ben bei hiftorifchen Erzählungen beobachtet wird.Nichts als die allerdringendfte Nothwendigkeitkann

einen Gefchichtfchreiber vermögen die Zeitordnungzu unterbrechen, und in feiner Erzählung eineBegebenheit eher zu erwähnen, welche in der Wirk-lichkeit fpäter, als eine andere war.

Diefes wird leicht auf die gegenwärtige Frage an-zuwenden feyn, wenn man daran denkt, was ichvorher bemerkt habe, dafs der gegenwärtige Zuftandder Perfon allemal auch zunächft in der Einbildungs-kraft ift, und dafs wir nur von da aus zur Vorftel-lung eines entfernten Objekts gelangen können.Wenn das Objekt ein vergangenes Ding ift, fo iftdas Fortfehreiten der Gedanken von dem Gegenwär-tigen zu ihm widernatürlich, weil es von einemZeitpunkte zu demjenigen geht, welcher vor ihmwar, und von diefem zu noch einem vorhergehen-den, alfo gerade in einer dem natürlichen Laufe derSucceffion entgegengefetzten Ordnung. Wenn wirhingegen unfreGedanken auf ein zukünftiges Objektlenken, fo geht unfre Phantafie dem Strome derZeit nach, und gelangt zu dem Objekte nacheiner Ordnung, welche am natürlichften zu feynfcheint, indem fie allemal von einem PunkteZweiter Band. S der