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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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3^4 Ueber die menfchliche Natur.

der Zeit zu demjenigen, der unmittelbar nach ihmift, übergeht. Diefer leichte Fortfehritt der Be-griffe begitnftiget die Einbildungskraft und maöht,dafs fie ihr Objekt in einem weit ftärkeren und hel-leren Lichte lieht, als wenn wir in unferm Fort-fchreiten alle Augenblicke Widerftand finden, undSchwierigkeiten zu überwinden gezwungen -werden,die von der natürlichen Anlage der Phanlafie her-rühren. Ein geringer Grad der Entfernung in dieVergangenheit zurück, hat allo eine weit gröfsereWirkung, als ein weit gröfserer in die Zukunft hin-aus, weil jener die Vorftellung unterbricht undfchwächt. Aus diefer Wirkung deffelben auf dieEinbildungskraft rührt alfo fein Einflufs auf den Wil-len und die Leidenfchaften her.

Noch findet fielt eine andere Urfacbe, welche2 u eben diefer Wirkung etwas beiträgt, und zugleichvon der nemlichen Eigenfchaft der Phantafie her-riihrt, durch welche wir beftimmt werden, die Suc-ceffion der Zeit durch eine ähnliche Succeffion derBegriffe zu bezeichnen. Wenn wir uns von demgegenwärtigen Augenblicke zwei Zeitpunkte in gleichweiter En 1 fernung, den einen als vergangen, denandern als künftig denken, fo ift klar, dafs, inabftracto betrachtet, ihr Verhältnis zu dem ge-genwärtigen Zeitmomente ganz gleich ift. Denn foWie das Zukünftige dereinft gegenwärtig feynWird, fo ift das Vergangene einmal gegenwärtigsewefen. Wenn wir daher diefe Eigenfchaft derImagination wegfehaffen konnten, fo würde eine

glei-