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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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2 66 Ueber die menfchl Iche Natur.

als ein anderes, wovon die Spuren fchon ganz ver-gangen und meiftentheils venvifcht find. Woherrühret diefes fonft, als daher, dafs das Gedächtnifsim erften Falle der Phantafie beifteht, und ihrenVorftellungen einen Zuwachs von Kraft und Stärkegiebt? Das Bild des vergangenen Vergnügens, wel-ches ftarlc und lebhaft ift, theilt dem Begriffe deskünftigen Vergnügens, das mit jenem durch dasVerhältnifs .der Aehnlichkeit verbunden ift, diefeEigenfchaften mit.

Ein Vergnügen, welches der Lebensart, wor-inne man Geh befindet, angemeffen ift, erregt unfereWünfche und Begierden mehr, als ein anderes, dasfür Leute unferes Standes ganz fremd ift. Diefe Er-fcheinung kann aus eben dem Grunde erklärtwerden.

Nichts kann in uns leichter eine Leidenfchafterregen, als eine Beredfamkeit, wodurch die Ob-jekte in ihren ftärkften und lebhafteftenFarben dar-geftellt werden. Wir können von felbft recht gut wif-fen, dafs das eine Ding Werth hat, und das anderekeinen ; aber fo lange nicht ein Redner die Einbil-dungskraft weckt und diefen Begriffen Leben undStärke ertheilt, werden fie nur einen fehr fchwachenEinflufs auf den Willen oder die Leidenfchaftenhaben.

Doch ift Beredfamkeit nicht allemal nöfliig. Dieblofse Meinung eines andern, befonders wenn Lei-denfchaft dahinter ift, kann machen, dafs ein Be-griff von einem Gut oder Uebel einen Einflufs auf

uns