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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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260 lieber die menfchliche Natur.

lenkfamkeit in den Fähigkeiten, clie Lebensgeifterfinden in ihrer neuen Richtung noch Schwierigkei-ten. Da nun diefe Schwierigkeiten die Lebensgei-fter erwecken, fo find fie die Quelle des Verwun-derns, Erftaunens und aller Bewegungen, welchevon der Neuheit entfpringen; fie find an lieh be-trachtet, angenehm, fo wie alles, was die Seele biszu einem gewiffen Grade belebt. Aber obgleich dasErftaunen an fich angenehm ift, fo vermehrt fie doch,da fie die Lebensgeifter in Bewegung bringt, nichtnur unfre angenehmen, fondern auch die unange-nehmen Leidenfchaften nach dem vorhergehendenPrincip, dafs jede Bewegung, welche voreiner Leide nfchaft vorher gehet oderdiefelbe begleitet, leicht in diefelbeverwandelt wird. Daher afficirt uns mei-ftentheils jeder neuer Gegenftand ftark, und erwecktentweder mehr Vergnügen oder mehr Schmerz, alser genau zu reden, feiner Natur nach verurfachenkönnte. Wenn er oft wieder auf uns wirkt, fo hörtdas Neue auf: die Leidenfchaften werden fchwä-cher; das Feuer der Lebensgeifter ift vorüber; undwir fehen die Objekte mit weit gröfserer Ruhe an.

Nach und nach bringt die öftere Wiederholungeine Leichtigkeit hervor, welche ein anderer fehrmächtiger Wirkungsgrund in dem menfclilichen Ge-müthe, und eine untrügliche Quelle des Vergnü-gens ift, wenn die Leichtigkeit nicht über einen ge-wiffen Grad geht. Und hier ift zu merken, dafsdas Vergnügen, welches aus einer gemäfsigtenLeich-

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