Von dem Willen u. f, w. 3-55
zog von Rochefoucault hat fehr richtig be-merkt, dafs die Abwefenheit fchwache Leidenfehaf-ten zerftört, ftarke hingegen noch ftärker macht:fo wie der Wind ein Licht auslöfcht und eineFeuers-brunft anbläft. Lange Abwefenheit fchwäcbt na-türlicherweife unfern Begriff und vermindert unfreLeidenfchaft. Aber wenn der Begriff fo ftark undlebhaft ift, dafs er fich felbft erhält, fo verftärkt dasunangenehme Gefühl, das von der Abwefenheitentfteht, die Leidenfchaft und ertheilt ihr eine neue 'Kraft und Gewalt. %
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Fünfter Abfchnitt,
Ueber die Wirkungen der Gewohnheit.
Ab er nichts hat eine grüfsere Kraft unfre Lei-clenfchaften zu ftärken und zu fchwächen, Luft inUnluft wechfelfeitig in einander zu verwandeln, alsGewohnheit und öftei-e Wiederholung. Die Gei-wohnheit hat zwei urfprüngliche Wirkungenauf die Seele, denn fie ertheilt erftlich eineLeichtigkeit, eine Handlung zu begehen oderein Objekt fich vorzuftellen, und zweitens einBeftreben oder Neigung zu denselben; undvon diefen Wirkungen können wir alle die übrigen,fo aufserordentlich fie feyn mögen, ableiten.
Wenn die Seele fich anfchickt eine Handlungzu begehen oder fich ein Objekt vorzuftellen, woranfie gar nicht gewöhnt ift; fo ift eine gewiffe Unge-
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