Von dem Willen u. JT. w. *53
eine beftimmte Quelle des Handelns und die herr-fchende Neigung der Seele geworden ift, fo bringt£e gemeiniglich keine merkliche Bewegung mehrim Gemüthe hervor. Da öftere Gewohnheit nebftihrer eignen Stärke ihr fchon alles gehorfam ge-macht haben, fo richtet und leitet fie die Handlun-gen ohne jene Widerfetzlichkeit und Unruhe, wel-che jeden augenblicklichen Stofs einer Leidenfchaftfo natürlich begleitet. Wir müffen alfo ja ftilleLeidenfchaften nicht etwa mit fchwachen, und.heftige oder braufende mit ftarken ver-wechfeln. Unerachtet diefer Bemerkung ift es dochgewifs, dafs man allemal, wenn man einen Men-fchen regieren und ihn in Thätigkeit bringen will,klüger und ficherer geht, wenn man auf die hefti-gen, als wenn man auf die.ftillen Leidenfchaftenwirkt; es ift ficherer ihn bei der Neigung zu faffen,als bei dem, was man gemeiniglich Vernunftnennt. Man thut daher am beften, wenn man dasObjekt in folche befondere Lagen bringt, welchefähig find, die Gewalt der Leidenfchaften zu ver-mehren. Denn man mufs wiffen, dafs alles vonder Lage des Objekts abhängt, und dafs eine Ver-änderung in diefem Stücke fogleich im Stande ift, dieftillen und heftigen Leidenfchaften in einander zuverwandeln. Beide Arten diefer Leidenfchaftengehen auf das Gute und vermeiden das Böfe; undbeide werden durch die Zu- oder Abnahme des Gü-ten oder Böfen gröfser oder kleiner. Aber ihr Un-terfchied befteht darinne, dafs ein und eben daffel-
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