Von dem Willen u. f. w.
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man glaubt, dafs fie von eben der Fähigkeit her-kommen, welche über das Wahre und Falfche ur-theilt. Man fetzt voraus, dafs ihre Natur und Ur-fprung einerlei find, weil ihre Empfindungen nichtoffenbar verfchieden find.
Aufser diefen füllen Leidenfchaften, welchefehr oft den Willen beftimmen, giebt es auch ge-wiffe heftige Bewegungen von derfelben Art, welcheebenfalls einen grofsen Einflufs auf diefe Fähigkeithaben. Wenn mir von einem andern Unrecht zu-gefügt wird, fo fühle ich oft eine heftige Leiden*fchaft der Rache, welche macht, dafs ich feinenSchmerz und feine Beftrafung unabhängig von allerRückficht auf mein Vergnügen oder meinen Vor-theil, verlange. Wenn mir unmittelbar ein fchwe-res Unglück drohet, fo wachfeu Beforgniffe, Furchtund Abfcheu zu einem hohen Grade in mir undbringen eine merkliche Gemüthsbewegung hervor.
Der gemeine Irrthum der Metaphyfiker liegtdarinne, dafs fie die Direktion des Willens ganzallein einem von diefen Principien zufclireiben undannehmen, dafs das andere gar keinen Einflufs habe.Die Menfchen handeln oft wiffentlich gegen ihr In-tereffe; daher beftimmt fie die Betrachtung desgröfstmöglichften Guts nicht allemal. Oft handelndie Menfchen einer heftigen Leidenfchaft entgegen,wenn fie eben ihr Intereffe und ihre Abfichten ver-folgen: Es ift alfo die gegenwärtige Unannehmlich-keit allein, die fie beftimmt. Wir müffen im All-gemeinen bemerken, dafs beide Principien auf den
Willen