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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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448 Ueber die menfchliclie Natur.

fchaft, wie Furcht oder Hoffnung, Traurigkeitoder Freude, Verzweiflung oder Sicherheit auf dieVorausfetzung der Exiftenz folcher Objekte gegrün-det ift, welche wirklich nicht exiftiren. Zweitens,wenn wir, indem fich eine Leidenfchaft wirkfambeweift, unzulängliche Mittel zu dem beftimmtenEndzwecke wählen, und uns felbft in unferm Ur-theile über Urfachen und Wirkungen täufchen. EineLeidenfchaft, die fich weder auf falfche Voraus-fetzungen gründet, und auch keine unzureichendenMittel zum Zwecke wählt, kann der Verftand we-der rechtfertigen noch verdammen. Es ift der Ver-nunft nicht entgegen, die Zerftörung der ganzenWelt lieber zu wollen, als fich in den Finger zuritzen. Es widerfpricht der Vernunft nicht, mei-nen gänzlichen Ruin zu wollen, um nur die kleinft«Unannehmlichkeit eines Indianers oder einermir fonft ganz unbekannten Perfon wegzufchaffen.Es widerfpricht der Vernunft eben fo wenig, einvon mir felbft als geringer erkanntes Gut einemgröfsern vorzuziehen, und eine heftigere Liebe zudem erftern als zu dem letztem zu faffen. Ein ge-meines Gut kann unter gewiffen Umftänden eineweit gröfsere Begierde erzeugen, als fie von dem al-lergröfsten und fchätzbarften Gute erweckt wird;und hierbei ift nichts mehr aufserordentlich, als beider Mechanik, wo man oft ein Pfund, vermöge desVortheiJs feiner Lage, hundert Pfund aufwiegenfleht. Kurz, eine Leidenfchaft mufs von einem fal-feben Urtheile begleitet feyn, wenn fie unvernünftig

feyn