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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Von dem Willen u. f. w.

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es nöthig feyn, fie durch einige andre Betrachtungenzu beftätigen.

Eine Leidenfchaft ift etwas urfprüngliches, einurfprüngliches wirkliches Ding, oder wenn manlieber will, die Modifikation eines wirklichen Din-ges, und enthält keine vorftellencle Eigenfchaft,welche fie zur Kopie eines andern exiftirenden Din-ges oder einer andern Modifikation machte. Wennich unwillig bin, fo ift diefe Leidenfchaft unmittel-barWirklich in mir, und in diefer Gemüthsverän-derung liegt fo wenig eine Beziehung auf ein ande-res Objekt, als wenn ich dürftig, oder krank,oder mehr als fünf Fufs hoch bin. Es ift alfo ganzunmöglich, dafs diefe Leidenfchaft mit der Wahr-heit und Vernunft, und umgekehrt, diefe mit jenenfollte in Widerfprucn kommen; weil diefer Wider-fpruch in dem Mangel der Uebereinftimmung derBegriffe als Abdrücke betrachtet mit folchen Ob-jekten befteht, welche fie vorftellen.

Was alfo zuerft bei diefem Kapitel auffällt, ift,dafs da nichts der Wahrheit oder der Vernunft wi-derfprechen kann, als was eine Beziehung daraufhat, und da blos die Urtheile des Verftandes diefeBeziehung haben, hieraus folgen mufs, dafs dieLeidenfchaften der Vernunft nur in fo weit wirdftreiten können, als fie mit einem Urtheile odereiner Meinung vergefellfcliaftet find. Nachdiefem P-rincip, das fo leicht und natürlich ift, kannein Affekt nur in zweierlei Bedeutung unvernünf-tig genennt werden. Erftlich, wenn eine Leiden-fchaft,