Druckschrift 
2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
244
Einzelbild herunterladen
 

244 Ueber die m'enfchliche Natur.

das Wollen gänzlich von einander entfernt zu feyn.Die Mathematik ift in der That bei allen mechani-fchen Gefchäften nützlich, und die Arithmetik faftin jeder Kunft und in jedem Handwerke; aber anfich felbft haben ue ( doch keinen Einflufs. Die Me-chanik ift die Kunft die Bewegungen der Körperzu gewiffen Abfichten oder Zweckenzu ordnen; und der Grund, weshalb wir die Arith-metik gebrauchen, um die Verhältniffe der Zahlenzu beftimmen, ift blos, damit wir die Proportionenihres Einßuffes und ihrer Wirkung entdecken mö-gen. Ein Kaufmann wiinfcht die Totalfumme feinerBerechnungen mit einer Perfon zu wiffen : weswegenanders, als um zu erfahren, welche Summe diefelbi-gen Wirkungen bei Bezahlung feiner Schuldenund bei feinem Einkauf haben wird, wie alle dieeinzelnen Artikel zufammengenommen ? Das ab-ftrakte oder demonftrative Raifonnement fliefst alfoniemals auf irgend eine unfrer Handlungen ein, alsnur in fofern es unfer Urtheil über Urfachen undWirkungen beftimmt; und diefes führt uns zu derzweiten Operation des Verftandes.

Es ift eine alltägliche Bemerkung, dafs, wennwir uns von einem Dinge Luft oder Unluft vorftel-len, wir dabei eine Bewegung des Verlangens oderdes Abfcheues empfinden, und beftimmt werden,das Objekt, welches uns Vergnügen oder Mifsver-gnügen verfpricht, zu ergreifen oder zu vermeiden.Es ift ferner bekannt, dafs es nicht bei diefer Bewe-gung bleibt, fondern daf$ fie rogeht, da,fs wir unfern