242 Ueber die menfchliche Natur.
dem Volke, fo mag er das beftreiten, was ich ebenbehauptet habe, dafs nemlich Freiheit und ZufallSynonyma wären, und was ich über die Natur derjnoralifchen Evidenz und der Regelmäfsigkeit dermenfchlichen Handlungen gefagt habe. Bei einemRückblick auf diefe Schlüffe kann ich an einem gänz-lichen Siege nicht zweifeln; und nachdem ich alfobewiefen habe, dafs alle Willenshandlungen ihre he-fondern Urfachen haben, fo will ich nun unterfu-chen, was diefes für Urfachen find und wie fiewirken.
Dritter Abfchnitt.
Von
Sem Einfluffe der B e we g un g sgr ünd edes Willens,
In der Philofophie und felbft in dem gemeinenLeben ift nichts gewöhnlicher als von einem Streitezwifchen Leidenfchaft und Vernunft zu reden, derVernunft den Vorzug zu geben und zu behaupten,dafs die Menfchen nur in fofern tugendhaft find, alsfie fich nach ihren Ausfprüclien richten. Jedes ver-nünftige Wefen, fagt man, mufs feine Handlungennach der Vernunft ordnen; und wenn ein anderesMotiv, ein anderer Grund die Richtung feinesBetra-gens beftimmen will, fo mufs er fich ihm fo langewiderfetzen, bis erdenfelben gänzlich unterjocht oderdoch wenigftens fo weit gebracht hat, dafs er mit
jenem