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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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236
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236 Ueber die menfchliehe Natur.

che ganz unnöthigerweife in cüefe Unterfuchung ver-wickelt worden ift. Es ift keine Art zu difputirengewöhnlicher und zugleich keine tadelnswürdiger,als in philofophifchen Streitigkeiten fichMiihe zu ge-ben, eine Hypothefe unter dem Vorwände zu wider-legen, weil fie für Religion und Moralität gefährli-che Folgen hat. Wenn uns eine Meinung auf Un-gereimtheiten führt, fo ift fie ganz gewifs falfch;aber eine Meinung ift nicht deshalb nothwendigfalfch, weil fie gefährliche Folgen hat. DergleichenTiraden follten alfo billig ganz wegbleiben, da fienichts zur Entdeckung der Wahrheit beitragen, fon-dern blos dienen den Gegner verhafst zu machen.Diefes bemerke ich nur im Allgemeinen, ohne jedochVortheil daraus ziehen zu wollen. Vielmehr unter-werfe ich mich frey und öffentlich einer Unterfu-chung diefer Art, und getraue mir zu behaupten,dafs die Lehre von der Nothwendigkeit der Erklä-rung zu folge, die ich davon gebe, in Beziehung aufReligion und Moral nicht nur ganz unfehulditr, fon-dern ihnen fogar zum Vortheil gereicht.

Ich definire die Nothwendigkeit auf zweierleiArt, den zwei Definitionen der Urfache gemäfs,wovon fie einen wefentlichen Theil ausmacht. Ichfetze fie entweder in die beftändige Vereinigung undVerbindung ähnlicher Objekte, oder in den Schlufsder Seele von dem einen auf das andere. Nunkömmt die Nothwendigkeit in beiderlei Sinne, wieman fo wohl in den Schulen und Studierftuben als imgemeinen Leben, obgleich ftillfchweigend einräumt,

dem