Druckschrift 
2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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Von dem Willen u. f. w.

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cipien hergeleitet find. Ein Gefangener, der wederGeld noch Freunde hat, findet die Unmöglichkeitzu entkommen, eben fowohl in der Hartnäckigkeitdes Kerkermeifters, als in den Mauren und Riegeln,die ihn einfchliefsen; und bei allen feinen Verfuchenfich in Freiheit zu fetzen, legt er weit eher feineHand an die Steine und das Eifen der letztem, alsan die unbiegfame Natur des erftern. DerfelbeDe-linquent findet, wenn er zum Schaffot geführt wird,einen eben fo gewiffen Grund feines Todes in derStandhaftigkeit und Treue feinerWache, als in denWirkungen der Axt oder des R.ades. Seine Seeledurchläuft eine gewiffe Kette von Vorftellungen:die Weigerung der Soldaten, feine Entrinnung zu-zugeben, die Handlung des Henkers; die Trennungdes Hauptes vom Körper; Blut, konvulfivifche Be-wegungen und Tod. Hier ift eine zufatnmenbän-gende Kette von natürlichen Urfachen und freiwilli-gen Handlungen; aber die Seele merkt keinen Un-terfchied unter ihnen, wenn fie von einem Gliedezum andern übergeht; und ift dicht weniger vondem künftigen Erfolge gewifs, als wenn fie mit dengegenwärtigen Impreffionen des Gedächtniffes undder Sinne durch eine Reihe von Urfachen zufam-menhingen , welche durch dasjenige Band mit ein-ander verknüpft find, welches man phyfifcheNothwendigkeit zu nennen für gut befundenhat. Eine Vereinigung, die der Erfahrung nachdiefelbe ift, hat gleiche Wirkung auf das Gemiith,die vereinigten Dinge mögen nun Beweggründe,

Wil-