226 Ueber die menfchliche Natur.
ben Maximen verfahren miiffe, als wenn man überdie äufsern Gegenftände philofophirt. Wenn einige ;Erfcheinungen beftändig und unveränderlich mitein-ander verbunden find, fo erhalten fie in der Imagi- |nation eine folche Verknüpfung, dafs fie von der ieinen zur andern ohne Bedenken oder Anftofs über- jgeht. Aber hiernächft giebt es auch noch verfcliie-deue niedrigere Grade der Gewifsheit und Wahr- !fcheinlichkeit, und ein einziger Fall, der unfrerErfahrung widerfpricht, hebt nicht unfer ganzesRaifonnement auf. Die Vernunft wägt die Geh wi-derfprechenden Thatfachen gegen einander, ziehtdie kleinere Zahl der Fälle von der gröfsern ab, undl’chliefst alsdann mit demjenigen Grade der Ueber-zeugung oder Gewifsheit, der übrig bleibt. Selbft jwenn die fo entgegengefetzten Thatfachen Geh gänz-lich gleich find", geben wir den Begriff der Kauffa-lität und Nothwendigkeit noch nicht auf; fondernnehmen an, dafs der gewöhnliche Widerfpruch vonder Einwirkung entgegengefetzter und geheimerUrfachen herrühre, und fchliefsen , dafs der Zufalloder die Indifferenz nur in unferm Verftande undunfrer eingefchränkten Erkenntnifs liege und nichtin den Dingen felbft, die in jedem Falle gleich noth-wendig bleiben, ob fie gleich, fo wie fie uns vor- ;
kommen, nicht immer gleich beftändig oder gewifs i
zu feyn fcheinen. Keine Vereinigung kann beftän-diger und gewiffer feyn, als die Vereinigung gewif- ;ler Flandlungen mit gewiffen Triebfedern und Clia- jrakteren; und wenn in andern Fällen die Verbin-dung