Druckschrift 
2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
225
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Von dem Willen u. £ w. ssj

raktere gründet fich auf die Beobachtung einer Ein*förmigkeit in den Handlungen, die aus ihnen her-fliefsen; und diefe Einförmigkeit macht das wahreWefen der Nothwendigkeit aus.

Ich kann mir nur eine Art als möglich den-ken, wie diefer Beweis anzutaften ift; diefe iftnemlich, wenn man jene Einförmigkeit der menfch-lichen Handlungen, worauf er gegründet ift, leug-net. So lange die Handlungen eine beftändige Ver-einigung und Verknüpfung mit der Lage und derNatur des Handelnden haben, fo erkennen wir,wenn wir gleich das Wort Nothwendigkeit ab-leugnen, dennoch im Grunde die Sache felbfc an.Nun könnten einige wohl Veranlaffung finden, jeneregelmäfsige Vereinigung und Verknüpfung zu leug-nen. Denn;was ift eigenfinniger als die menfchli-chen Handlungen? was unbeftändiger als die Be-gierden des Menfchen? Und welches Wefen ent-fernt fich mehr, ich will nicht fagen, blos von demrichtigen Wege der Vernunft, fondern von feinemeignen Charakter und feinen Anlagen? Eine Stun-de, ein Augenblick ift vermögend Ihn von einemäufserften Ende bi9 an das andere zu bringen, unddas umzuftiirzen, welches zu hauen die gröfsteMühe und Arbeit koftete. Die Nothwendigkeit iftregelmäfsig und gewifs. Das Betragen der Men-fchen ift unregelmäfsig und ungewifs. Das eiiiekann alfo unmöglich von dem andern herrühren.

Hierauf antworte ich, dafs man bei Beurtheilimgder menfchlichen Handlungen gerade nach denfeJt-Zweitsr Band. P ben