Von der Liebe und dem Haffe.
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nähme der Sympathie hat offenbar mit der Zunahmedes Elendes einerlei Wirkung.
Ein unfruchtbares undverwüftetesLandkömmtuns jederzeit häfslich und unangenehm vor, undflöfst uns gewöhnlich Verachtung gegen die Einwoh-ner ein. Diefe Hässlichkeit aber, ob fie gleich gröfs»tentheils von einer Sympathie mit den Einwohnernherrübrt, wie fchön bemerkt worden ift, ift doch nurfehwach, und reicht nicht weiter, als die unmittelba-re Empfindung, weicheunangenehm ift. Der Anblickeiner Stadt im Afchenhaufen erweckt wohlwollendeEmpfindungen ; weil wir hier fo ftark an dem Scliick-fale der unglücklichen Einwohner Theil nehmen >■dafs Wir ihren verbefferten Zuftand eben fo fehrWiinfchen, als wir ihr Unglück fühlen.
Aber obgleich die Kraft der Impreffion über-haupt Mitleiden und Wohlwollen hervorbringt, foift doch gewifs, dafs fie aufhört diefe Wirkung zuhaben, fobald fie zu weit getrieben wird. Diefesverdient vielleicht unfre Aufmerkfamkeit. Wenndas Unglück entweder an'fich klein oder fehr weitvon uns entfernt ift, fo befchäftiget es die Einbildungnicht genug, und ift nicht im Stande eine gleicheTheilnahme an dem zukünftigen und zufälligen Gute,als an dem gegenwärtigen und realen Uebel zu er-wecken. Sobald es gröfsere Kraft erhält, fo nehmenwir ein fo grofses Intereffe an dem Leiden des Men*fclien, dafs wir fowohl fein gutes als büfes Schick-fal empfinden; und von diefer vollkommnen Sympa-thie entfteht Mitleiden und .Wohlwollen. Aber man
kann