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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
197
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Von der Liebe und dem Haffe. 197

Art vorgeftellt wird, fo empfinde ich es durchMittheilung, und fühle alle damit verbundenenLeidenfchaften. Aber da ich doch dabei nichtfo fehr intereffirt bin, dafs ich mich um feingutes Schickfal eben fo fehr als um fein böfesbekümmern follte, fo fühle ich weder die Sympa-thie in ihrer Ausdehnung, noch die mit ihr ver-bundenen Leidenfchaften.

Um nun zu erforfchen, was für Leidenfchaf-ten mit diefen verfchiedenen Arten der Sympathieverbunden find, miiffen wir in Erwägung ziehen,dafs das Wohlwollen ein urfprüngliches Vergnügenift, das von dem Vergnügen der geliebten Perfonentfpringt, und ein Mifsvergnügen, das von ihremMilsvergnügen entfteht; von diefen fich korrefpon-direnden Impreffionen entfteht ein darauf folgendesVerlangen nach ihrem Wohlbefinden und ein Abfcheuvor ihrem Uebelbefinden. Um alfo zu machen, dafseine Leidenfchaft mit dem Wohlwollen gleichenSchritt hält, wird erfodert, dafs wir jene doppeltenImpreffionen fühlen, die mit den Impreffionen desMenfchen, den wir betrachten, übereinftimmen;eine allein ift aber zu diefem Zwecke nicht hinrei-chend. Wenn wir nur mit einer Impreffion undzwar mit einer unangenehmen fympathifiren, fo iftdiefe Sympathie rnitZorn und Hafs verknüpft wegender unangenehmen Empfindung, die fie uns zuführt.Da aber die Ausdehnung oder Einfchränkung derSympathie von der Stärke der erften Sympathie ab-hängt ; fo folgt, dafs die Leidenfchaft der Liebe

oder