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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
188
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18 S Ueber die menfchliche Natur.

muffen wir erwägen, dafs nicht die gegenwärtigeEmpfindung allein, oder die augenblickliche Luftoder Unluft den Charakter einer Leidenfchaft be-ftimint, fondern der ganze Hang oder die Neigungderfelben vom Anfänge bis zu Ende. Eine Irnpreffionfteht mit der andern nicht nur alsdann im Verhält-niffe, wenn ihre Empfindungen ähnlich find, wiewir in allen vorigen Fällen angenommen haben, fon-dern auch, wenn ihre Antriebe oder Richtungenähnlich oder iibereinftiminend find. Diefes kannin Anfehung des Stolzes und der Demuth nichtftatt finden; weil diefes blos reine Empfindun-gen find, ohne einigen Hang oder einige Neigungzuin Handeln. Wir mtiffen uns alfo nach Beifpie-len diefes eigentümlichen Verhältniffes der Impref-fionen nur unter Solchen Leidenfchaften umfehen,welche mit einem gewiffen Beftreben oder Verlan-gen verbunden find; wie die Leidenfchaften derLiebe und des Haffes.

Das Wohlwollen oder die Begierde, welche dieLiebe begleitet, ift ein Verlangen nach der Gliickfelig-keit der geliebten Perfon, und ein Abfcheu vor ihremUnglücke; fo wie das Uebelwollen oder die Be-gierde, welche den Hafs begleitet, ein Verlangennach dem Unglücke der gehafsten Perfon und einAbfcheu vor feiner Glückfeligkeit ift. Ein Verlan-gen nach der Glückfeligkeit d§s andern und ein Ab-fcheu vor feinem Unglück, find alfo dem Wohlwol-len ähnlich; und ein Verlangen nach feinem Un-glück und ein Abfcheu vor feiner Glückfeligkeit,

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