XS3 Ueber clie m e n f c h 1 i c h e Natur.
einen Objekte zum andern geht, fo wird die Hand-lung des Gemüths in einem grofsen Theile unterbro-chen, und die Phantafie mufs bei Betrachtung deszweiten Gegenftandes voü vorn anfangen , und ihrGefchäft ganz von neuen beginnen. Die Impreffion,welche jedes Objekt begleitet, fcheint in diefemFalle, wenn ein kleineres gleicher Art auf diefelbefolgt, nicht gröfser; fondern diefe zwei lmpreffio-nen find verfchieden, und bringen auch ihre unter-fchiedenen Wirkungen, ohne einige Gemeinfchaftmit einander hervor. Der Mangel des Verhältnif-fes unter den Begriffen zerftört das Verhältnifs derImpreffionen, und hindert durch eine folcheAbfon-derung ihre wechfelfeitige Wirkung und Einflufs.
Zu deffen Betätigung können wir noch bemer-ken , dafs die Nähe im Grade des Verdientes alleinnicht hinreichend ift, Neid zu erwecken, fonderndafs noch andere Verhältniffe hinzukommen muffen.Ein Dichter beneidet nicht leicht einen Philofophen,oder einen Dichter eines andern Faches, einer ver-fchiedenen Nation, oder eines verfchiedenen Zeit-alters- Alle diefe Verfchiedenheiten hindern oderfchwäclien die Vergleichung, und folglich auch dieLeidenfchaft,
Diefes ift auch der Grund, weshalb uns alleDinge, blos durch eine Vergleichung mit Gegen-ftänden ihrer Art, grofs oder klein Vorkommen. EinBerg macht ein Pferd in unfern Augen weder gröfsernoch kleiner; aber wenn man ein neapolitanifchesund ein littauifches Pferd neben einander fleht, fo
kömmt