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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
181
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Von der Liebe und dem Haffe. 181

gemeiner Soldat ift nicht fo neidifch auf feinenGeneral, als auf feinen Sergeanten oder Kor-poral; und ein vortrefflicher Schriftfteller erregt un-ter dem gemeinen Haufen der Skribler nicht fogrofse Eiferfucht, als bei Autoren, die fleh ihm mehrnähern. Man follte in der That denken, dals jegröfser die Disproportion wäre, defto gröfser dasMifsvergniigen feyn müfste, das aus der Verglei-chung entfpringt. Aber wir muffen auf der andernSeite bedenken, dafs die allzu grofse Disproportiondas Verhältnifs lockerer macht, und uns entwederabhält uns mit dem zu vergleichen, was von unsentfernt ift, oder doch die Wirkungen der Verglei-chung verringert. Aehnlichkeit und Nähe bringenjedesmal ein Verhältnifs der Begriffe hervor; undwenn ihr diefes Band zerftört, fo mögen auch nochfo viel andere Umftände die beiden Begriffe zufam-menbringen; wenn fie kein Band oder keine ver-knüpfende Qualität haben, die fie in der Einbil-dungskraft verbindet; fo ift es unmöglich, dafs fielange vereiniget bleiben, oder einen beträchtlichenEinflufs auf einander haben können.

Ich habe bei Erwägung der Natur des Ehrgei-zes bemerkt, dafs die Grofsen ein doppeltes Ver-gnügen über ihr Anfehn empfinden, wegen der Ver-gleichung ihres eignen Zuftandes mit dem Zuftandeihrer Sklaven; und dafs diefe Vergleichung einendoppelten Einflufs hat, weil fie natürlich ift, undvom Subjekte vorgeftellt wird. Wenn die Phantafiebei Vergleichung der Objekte nicht leicht von dem

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