Von der Liebe und dem Haffe. igj
kömmt uns das eine gröfser und das andere kleinervor, als wenn fie allein gefehen werden.
Aus demfelben Grunde können wir auch jeneBemerkung der Gefchichtfchreiber erklären, dafs ineinem bürgerlichen Kriege die Partheien allemal lie-ber einen fremden Feind, fo viel Ile auch dabei wa-gen mögen, ins Land rufen, als dafs fie lieh ihrenMitbürgern unterwerfen follten. Guicciardiniwendet diefe Bemerkung auf die Kriege in Italienan, wo die Verhältniffe zwifchen den verfchiedenenStaaten blos im Namen, in der Sprache und derNachbarfchaft beheben. Aber felbft diefe Verhält-niffe, wenn fie mit der Ueberlegenheit verbundenwerden, machen die Vergleichung natürlich, undeben dadurch wird auch die Gewalt läftiger, undfie verurfachen daher, dafs die Menfcheu eine an-dere Obergewalt fuchen, welche von folchen Ver-hältniffen frei ift, und dadurch einen weniger merk-lichen Ein Hufs auf die Einbildungskraft hat. Die See-le merkt fehr bald ihre verfchiedenen Vortheile undNachtheilej und da fie findet, dafs ihre Lage am un-angenehmften ift, wo die Obermacht mit andern Ver-hältniffen verbunden ift, fo fucht fie dadurch Erleich-terung, dafs fie die Verhältniffe fo viel als möglich ab-fondert, und diejenige Affociation der Begriffe weg-fchafft, welche die Vergleichung um fo viel natür-licher und wirkfamer macht. Kann fie die Affocia-tion nicht vermeiden, fo fühlt fie ein weit ftärkeresVerlangen, die Ueberlegenheit wegzufchaffen ; unddiel'es ift der Grund, warum Keifende gewöhnlich
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