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Ueber die menfchliche Natur.
gereizte Verlangen ift, einemAndern Uebel zuzufu-gen 5 blos um ein Vergnügen aus der Vergleichungzu fchöpfen. Der Geriufs, welcher das Objekt desNeides ift, ift gemeiniglich gröfser als linier eig-ner. Eine Ueberlegenheit fcheint natiirlicherweifeuns zu verdunkeln, und ftellt eine unangenehmeVereleichung dar. Aber felbft wenn der Andre imGenuffe unter uns ift, fo wiinfchen wir doch eineweit gröfsere Entfernung, um nur den Begriff un-fers Selbft recht zu vermehren. Wenn diefe Ent-fernung abnimmt, fo gereicht die Vergleichung we-niger zu unferm Vortheil, macht uns folglich weni-ger Vergnügen und wird felbft unangenehm. Da-her entftelit jene Art des Neides, welche Menfchenfühlen, wenn fie fehen, dafs ihre Untergebenen fichihnen an Ruhm oder Gltickfeligkeit nähern, oderfie gar übertreffen. Bei diefem Neide können wirdie Wirkungen der Vergleichung zweimal wieder-holt fehen. Ein Menfch, der fich mit einem ver-gleicht, der unter ihm ift, fühlt Vergnügen bei die-fer Vergleichung: und wenn die Niedrigkeit ab-
nimmt durch die Erhöhung des Untern, fo follteeigentlich blos das Vergnügen abnehmen, aber esentfteht durch eine neue Vergleichung mit feinemvorigen Zuftande ein reales Missvergnügen.
Es ift bei demjenigen Neide, welcher von ei-ner Ueberlegenheit in andern entfteht, bemerkens-werth, dafs nicht ein grofses Mifsverhältnifs zwi-fchen uns und einem ^.andern denfelben hervor-bringt; Sondern im Gegentlieil unfre Nähe. Ein
gemei-