Von der Liebe und dem Haffe.
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Achter Abfohnitt.
Von der Bosheit und dem Neide.
fchaft der Bosheit oder der Schadenfreude, wel-che den Wirkungen des Haffes fo nachahmt, wie dasMitleidenden Wirkungen der Liebe ; fie verurfachtuns Freude über die Leiden und Unglücksfälle an-derer, ohne dafs fie uns Unrecht oder Leid zu-gefügt hätten.
Die Menfchen werden fo wenig in ihren Gefin-nungen und Meinungen durch Vernunft regiert, dafsfie jederzeit die Dinge mehr nach Vergleichung alsnach ihrer innern Güte und wahren Werth beurthei-len. Wenn die Seele einmal einen gewiffen Gradvon Vollkommenheit betrachtet, oder daran ge-wöhnt ift, fo macht alles, was gerade diefe Voll-kommenheit nicht hat, wenn es gleich übrigens ei-nen reellen Werth hat, eben den Eindruck auf dieLeidenfchaften, als wenn es fehlerhaft und fchlcchtwäre. Diefes ift eine ur fp rün gli che Eigenfchaftder Seele, und derjenigen ähnlich, die wir täglichin unferm Körper erfahren. Wenn die eine Handeines Menfchen warm und die andre kalt ift; fo wirdihm ein und daffelbige Waffer kalt und warm zu-gleich, nach der Difpofition der verfchiedenen Or-gane zu feyn fcheinen. Ein geringer Grad von ei-ner Befchaffenheit, der auf einen gröfsern folgt,bringt eben die Empfindung hervor, als wenn er
kommen wir' zur Erklärung der Leiden-
noch