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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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ifo Ueber die m e n f cb li eh e Natur.

Schlafe oder in vollkommener Sicherheit waren,verübt ift; ein junger Prinz, der als Gefangener indie Hände feiner Feinde geräth, wird, wie ein je-der Gefchäftskundige weifs, um fo mehr bedauert,je weniger er fein unglückliches Schickfal fühlt.D a wir hier felbft mit der elenden Lage der Perfonbekannt find, fo erhalten wir dadurch einen lebhaf-ten Begriff und eine Empfindung von der Angft,welches die Leidenfchaft ift, die gewöhnlichmit einem folcheit Zuftande verknüpft ift ; unddiefer Begriff wird noch lebhafter, und die Em-pfindung noch heftiger durch den Kontraft mitder Sicherheit und Gleichgültigkeit, welche wiran der Perfoii felbft bemerken. Jeder Kontraftwirkt auf die Einbildungskraft, befonders wenn ervon dem Subjekte vorgeftellt wird ; und dasMitleiden hängt ganz und gar von der Einbil-dungskraft ab *).

*) Allen Zweideutigkeiten vorzubeugen, mufs ichbemerken, dafs wenn ich' die Einbildungskraftdem Gedächtniffe entgegenfetze, ich überhauptdie Fähigkeit darunter verftehe, welche unferefchwächern Begriffe darftellt. In allen andernStellen, und hauptfäclilich da, wo fie dem Ver-bände entgegengefetzt wird, verftehe ich daffel-bige Vermögen darunter, aufser unfre demon-ftrativen und wahrfcheinlichen Schlüffe,

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