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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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164 lieber die menfcliliche Nätur.

Hafs einerlei find, noch ein wefentliches Stück der«felben ausmachen.

Wir können alfo fchliefsen, dafs Wohlwollenund Uebelwollen von Liebe und Hafs verfchiedeneLeidenfchaften find, die nur durch die natürlicheEinrichtung des Gemiiths verbunden werden. Sowie die Natur dem Körper gewiffe Begierden undNeigungen zugetheilt hat, die fie nach der Lage derflüfflgen oder feften Tlieile ftärkt, fchwächt, oderändert; eben fo hat fie es auch mit der Seele ge-macht. So wie Liebe oder Hafs in uns ift, fo ent-fteht das korrefpondirende Verlangen nach demGlück oder Unglück der Perfon, welche das Objektdiefer Leidenfchaften ift, in der Seele, und ändertfleh mit jeder Veränderung diefer entgegengefetztenLeidenfchaften. Diefe Ordnung der Dinge ift inAbftrakto betrachtet nicht nothwendig. Liebe undHafs können auch ohne folche Wünfche wirklichfeyn, oder ihre befondere Verknüpfung hätte einganz umgekehrtes Verhältnis haben können. Wennes der Natur gefallen hätte, fo hätte die Liebe ebendie Wirkung haben können, als der Hafs und um-gekehrt. Ich fehe keinen Widerfpruch darinne,wenn ich annehme, dafs mit der Liebe ein Verlan-gen Unglück, und mit dem Haffe ein VerlangenGlück hervorzubringen verbunden fey. Wenn dieEmpfindung der Leidenfchaft und des Verlangenseinander entgegengefetzt ift, fo hätte die Naturdie Empfindung ändern können, ohne das Beftre-

ben