Von der Liebe und dem Haffe.
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ift, dafs Liebe und Hafs nicht nur eine Urfachehaben, die fie erweckt, nemlich Luft und Unluft-und ein Objekt, worauf fie gerichtet find, nem-lich eine Perfon oder ein denkendes Wefen; fon-dern auch einen Zweck, den fie zu erreichen be-müht find, nemlich das Glück oder das Unglückder geliebten oder gehafsten Perfon. Alle diefe Ge-fichtspunkte unter einander gemifcht, geben nureine Leidenfchaft. Nach diefer Theorie ift die Liebenichts anders als das Verlangen nach der Glückfe-ligkeit, und der Hafs das Verlangen nach dem Elen-de einer andern Perfon. Verlangen und Abfcheumachen die eigentliche Natur der Liebe und desHaffes aus. Sie find nicht nur von ihnen unzer-trennlich, fondern diefelben.
Aber diefes ift offenbar der Erfahrung entge-gen. Denn ob es gleich gewifs ift, dafs wir nie ei-nen Menfchen lieben, ohne feine Gltickfeligkeit zuwollen, und nie einen halfen, ohne fein Glück zuwünfchen, fo entftehen doch diefe Wiinfche blos beiden Begriffen des Glücks oder Unglücks unfersFreundes oder Feindes, wenn fie in der Einbildungvorgeftellt werden, und find der Liebe und idemHaffe nicht abfolut wefentlich. Sie find die gewöhn-lichften und natürlichften Empfindungen diefer Lei-denfcliaften. Die Leidenfchaften können fich aufhunderterlei Art ausdrücken, und eine beträchtlicheZeit beftehen, ohne dafs wir an das Glück oder Un-glück ihrer Objekte denken; welches deutlich be-weifet, dafs diefe Wünfche weder mit Liebe oder
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