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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
159
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Von der Liebe und dem Haffe. 155

Baue der Glieder befteht, der Stärke und Thätigkeitverfpricht. Von diefem Begriffe der Schönheit läfstfich blos durch die Sympathie ein Grund angeben.

Ueberhaupt können wir bemerken, dafs dieSeelen der Menfchen fich'gegen einander wie Spie-gel verhalten, nicht nur, weil fie einander ihre Be-wegungen mittheilen, fondern auch, weil folcheStrahlen der Leidenfchaften, Gefinnungen und Mei-nungen oft wieder zurückprallen, und nach undnach durch unmerkliche Grade verfchwinden. Soverurfachet das Vergnügen, welches ein Reichervon feinen Befitzungen hat, wenn es auf den Zu-fchauer Wirkt,! Vergnügen und Achtung; wennnun "der Befitzer diefe Gefinnungen merkt und mitihnen fympathifirt, fo vermehren fie wiederum feinVergnügen; wirkt diefes nun noch einmal zurück,fo wird es ein neuer Grund für Vergnügen und Ach-tung in dem Zufchauer. Es ift zuverläffig ein ur-fprüngliches Wohlbehagen in den Reichthtimern,das von dem Vermögen herrührt, welches fie geben,alle Annehmlichkeiten des Lebens zu geniefsen; undda diefes ihre wahre Natur und ihr Wefen ift, fomufs es die erfte Quelle aller Leidenfchaften feyn,welche aus ihm entftehen. Eine von den wichtigftendiefer Leidenfchaften ift die Liebe, oder Achtungin andern, welche alfo von einer Sympathie mitdem Vergnügen des Befitzers herrührt. Aber derBefitzer hat auch noch ein zweites Vergnügen anden Reichthiimern, welches von der Liebe und derAchtung entfpringt, die er durch fie erlangt, und

diefes