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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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158 Ueber die menfchliebe Natur,

irgend ein vortheilhafter Zierrath oder eine vortheil*hafte Lage diefe Schönheit erfetzen kann. Mit ein-zelnen Bäumen und Pflanzen ift es eben fo, wie mitdeinFelde, aufweichem iiewachfen. Ich weifsnicht,ob eine Ebene, die mit Dornen und Difteln über-wachfen ift, an fich eben fo fchön feyn mag, als einHügel, der mit Weinftöcken oder mitOelbäumen be-deckt ift; ob es gleich einem, der mit dem Werthe die-fer Dinge bekannt ift, niemals fo fcheinen wird. Die-fes ift aber blos eine Schönheit in der Einbildung,'diekeinen Grund in dem hat, was unfern Sinnen er-fcheint. Fruchtbarkeit und Werth haben eine vollftän-digeBeziehung auf den Gebrauch; und diefer beziehtlieh auf Reichthum und Ueberflufs; und ob wir gleichkeine Hoffnung haben, daran Theil zu nehmen, foftellt fie uns doch die Phantafie fo lebhaft vor, dafswirfie gewiffermafsen mit dem Eigenthümer theilen.

Keine Regel in der Mahlerei ift vernünftiger,als die, welche gebietet in den Figuren das Gleichge-wicht zu beobachten, und fie mit der gröfsten Ge-nauigkeit auf ihren eigenthümlichen Schwerpunktzu ftellen. Eine Geftalt, welche hierin fehlerhaftift, ift fehr unangenehm, weil fie die Begriffe vonFallen, Schmerz und Unluft erweckt: denn diefeBegriffe find peinlich, wenn fie durch die Sympa-thie einen Grad von Stärke und Lebhaftigkeit er-langen.

Dabei bedenke man noch, dafs der hauptfäch-lichfte Theil der perfönlichen Schönheit, in einemgefunden und muntern Anfehen und einem folchen

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