144 Ueber die menfcjhliche Natur.
Verhältnifs fchwächt alfo clas Band zwilchen dem er-sten und zweiten Objekte. Die Phantafie ift fchonvermöge ihrer Natur fchwankend und unbeftändig;und betrachtet allemal zwei Objekte als ftärker miteinander verknüpft, wo fie den Weg vor- und rück-i.värts gleich leicht findet, als wenn der Uebergangt)los bei einer diefer Bewegung leicht ift. Die dop-pelte Bewegung ift eine Art eines doppelten Bandes,und verbindet die Objekte auf die engfte. und in-Ziigfte Weife zufammen.
Die zweite Heirath der Mutter trennt das Ver-hältnis des Kindes und der Aeltern nicht; und die-fus Verhältnifs ift hinreichend meine Einbildungs-kraft von mir felbft zu ihr, mit der gröfsten Ge-mächlichkeit und Leichtigkeit zu bringen. Aberwenn nun die Einbildungskraft bis hieher gekom-men ift, fo findet fie ihr Objekt mit fo vielen an-dern Verhältniffen umgeben, welche ihre Kraftäufse-rung erfodern, dafs fie nicht weifs, welches fie vor-ziehen foll, und dafs fie in Verlegenheit ift, welchesneue Objekt fie zuerft ergreifen foll. Die Bande deslntereffes und der Pflicht binden fie an eine andereFamilie, und verhindern die Rückkehr der Phantafievon ihr zu mir, welche nöthig feyn würde die Ver-einigung recht feft zu machen. Das Vorftellungsver-mögen behält den Schwung nicht länger, der nöthigift, feine Leichtigkeit vollkommen zu behalten, undfeine Neigung zum Wechfel zu befriedigen. Es gehtleicht vorwärts, kehrt aber fchwer wieder zurück;und durch diefe Unterbrechung wird das Verhältnifs
fehr