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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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14* Ueber. die men fchliche Natur.

natürlichen Gefetze andern vor, welche ihr, ob fiefchon an lieh beffer feyn können , weniger bekanntfind. Durch eben diele Eigenfchaft der Seele erhal-ten wir fo leicht eine gute Meinung von uns felbft,und von allen Dingen, die uns angehören. Sie er-fcheinen in einem ftärkern Lichte ; find angenehmer;und find folglich gefc'nicktere Gegenftände des Stol-zes und der Eitelkeit als andere.

Wir wollen hier, cla wir von der Liebe zu un-fern Bekannten und Verwandten handeln, nicht un-terlaffen, einige fehr feltlame Erfcheinungen zu be-merken, welche dahin gehören. Man kann im ge-meinen Leben leicht die Bemerkung machen, dafsKinder glauben ihre Verbindung gegen ihre Mutterwerde durch ihre zweite Verheirathung in grofsem.Maafse gefchwächt, und dafs fie fie nicht ( länger miteben dem Auge betrachten, als wenn fie in ihremWittwenftande geblieben wäre. Und diefes gefchie-het nicht nur, wenn fie einige Nachtheile von derzweiten Heirath empfunden haben, oder wenn ihrMann tief unter ihr ift; fondern felbft ohne alle clie-fe Betrachtungen, blos weil fie ein Theil einer an-dern Familie geworden ift. Diefes findet auch ftattin Anfehung einer zweiten Heirath des Vaters, aberin einem viel geringem Grade: und es ift gewifs, dafsdie Bande des Bluts in dem letztem Falle nicht foviel an Feftigkeit verlieren, als bei der Heirath ei-ner Mutter. Diefe zwei Erfcheinungen find fchon anund für fich felbft erkwürdig, aber noch weitmerkwürdiger, wenn man fie vergleicht.

Um