11g Ueber die menfchliche Natur.
dafs in allen ein und eben derfelbige Grundfatzherrfcht, und dafs Stolz und Demuth, Liebe undHais, vermittelft eines Ueberganges hervorgebrachtfind, der von einem doppelten Verhältniffe der Im-preffionen und Begriffe entfteht. Ein Objekt ohne *)ein Verliältnifs oder**) nur mit einem, kann nie-mals eine von diefen Leidenfchaften erzeugen; undman findet ***), dafs die Leidenfchaften fich allemaldem Verhältniffe geinäfs abändern. Ja wir könnenbemerken, dafs wo das Verhältnifs wegen eines be-fondern Umftandes nicht feine gewöhnliche Wir-kung haben und einen Uebergang der Begriffe ****)oder der Impreffionen hervorbringen kann, fo hörtes auf, auf die Leidenfchaften Zu wirken, und er-weckt weder Stolz noch Liebe, weder Demuth nochHafs. Diefe Regel hält endlich felbft da noch Stich,wo *****) eine ihr widerftreitende Erfcheinung vor-kömmt; und fo wie nach der Erfahrung ein Verhält-liifs oft keine Wirkung hat; welches, wie man beigenauer Prüfung findet, Von einem befondern Um-ftande herrühret, der den Uebergang verhindert;fo findet man auch in Fällen, wo diefer Umftandohnerachtet feiner Gegenwart, den Uebergang nichtbindert, dafs diefes von einem andern Umftandeherrührt, der ihm das Gegengewicht hält. Auf
diefe
*) Erfter Verfuch.
Zweiter und dritter Verfuch.
***) Vierter Verfuch.
****) Sechfter Verfuch.
*****) Siebenter und achter Verfuch,