Druckschrift 
2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
106
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io 6 lieber die men fehl i che Natur.

nen Stein oder ein andres gemeines Ding, das ent-weder mir oder meinem Gefährten gehört, und dashierdurch ein Verhältnifs der Begriffe zu dein Ob-jekte der Leidenfchaften erhält: fo ift klar, dafs,wenn man die Sache a priori betrachtet, keineGemiithsbewegung irgend einer Art verniinftiger-weife erwartet werden kann. Denn aufser, dafs einVerhältnifs der Begriffe im Verborgenen und imStillen auf das Geinüth wirkt, fo giebt es auch beientgegengefetzten Leidenfchaften, des Stolzes undder Demuth, der Liebe und des Haffes, je nach-dem das Objekt uns oder der andern Perfon ange-hört, einen gleichen Stofs; und diefe widerftreiten-den Leidenfchaften müffen fich alfo beide zernichten,und das Gemüth vollkommen frei von irgend einerLeidenfchaft oder Gemiithsbewegung laffen. DiefesRaifonnement a priori wird durch die Erfahrungvollkommen beftätigt. Kein fchlechtes oder gemei-nes Ding, das nicht unabhängig von der Leiden-i'chaft Luft oderL T nluft verurfachet, wird je dadurch,dafs es durch Eigenthum oder andre Verhältniffe mituns oder andern Perfonen verknüpft ift, im Standefevri, die Leidenfchaften des Stolzes oder der De-muth, der Liebe oder des Haffes zu erzeugen.

Dritter Verfuch. Es ift alfo gewifs, dafsein Verhältnifs der Begriffe für fich allein nicht fä-hig iit diefe Leidenfchaften zu erwecken. Lafstuns nun einmal diefes Verhältnifs aufheben, undftatt deffen ein Verhältnifs der Impreffionen fetzen.Zu diefem Behuf wollen wir uns ein Objekt vorftellen,

das