Von der Liebe und dem Haffe. ibj
Erfter Verfuch. Um mit defto gröfsererOrdnung in diefen Verfuchen zu Werke zu gellen,fo lafst uns erftlich annehmen, ich fey in der obenbefchriebenen Lage, liemlich in Gefellfchaft einesandern, und nun zeige fich ein Ding, das keinVer-hältnifs, weder der Impreffionen noch der Begriffe,zu einer von diefen Leidenfchaften hat. So wollenwir einmal annehmen, wir betrachteten zufammeneinen gewöhnlichen Stein oder fonft ein ganz gleich-gültiges Ding, das keinem von uns angehörte, undvon felbft keine Veränderung oder unabhängige Luftoder Unluft verurfaclite; fo ift evident, dafs ein fol-ches Ding keine diefer vier Leidenfchaften hervor-bringen wird. Lafst es uns an allen nach der Reiheverfuchen. Lafst uns fehen, ob Liebe, Hafs, De-muth, Stolz entfpringt; es entfteht keine diefer Lei-denfchaften auch nur in dem geringften Grade, denman fich einbilden kann. Lafst uns das Objektnach Gefallen verändern; nur dürfen wir keinswählen, das eines jener zwei Verhältniffe hat. Lafstuns den Verfuch auf alle mögliche Arten veranftalten,deren das Gemüfh fähig ift. Kein Ding in der gan-zen ungeheuren Mannichfaltigkeit der Natur kannin irgend einer Lage ohne diefe Verhältniffe eineLeidenfchaft hervorbringen.
Zweiter Verfuch. Da ein Objekt, demdiefe beiden Verhältniffe fehlen, keine Leidenfchafthervorbringen kann, fo laffet uns ihm nur vors erfteeins diefer Verhältniffe geben, und fehen, was er-folgen wird. So nehme man an, ich betrachte ei-
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