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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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104
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104 Ueber die menfcliliche Natur.

Betrachtet nun mit Aufmerksamkeit die Naturdiefer Leidenfchaften und ihre gegenfeitige Lage un-ter einander. Hier liegen offenbar vier Leidenfchaf-ten gleichfam im Viereck, und find nach gewiffenRegeln mit einander verknüpft und von einanderentfernt. Die Leidenfchaften des Stolzes und derDemuth find, fo wie auch Liebe und Ilafs mit ein-ander durch die Identität ihres Objekts verknüpft,indem diefes bei dem erften Paare der Leidenfchaftendas Selbft, bei dem letztem die andere Perfon ift.Diefe zwei Linien der Vereinigung oder der Verknü-pfung formiren zwei entgegengefetzte Seiten des Vier-ecks. Wiederum find Stolz und Liebe angenehme;Hafs und Demuth unangenehme Leidenfchaften.Diefe Aehulichkeit der Empfindung zwifchen Stolzund Liebe, und zwifchen Demuth und Hafs macheneine neue Verbindung aus, und können als die bei-den andern Seiten des Vierecks angefehen werden.Ueberhaupt alfo ift Stolz mit Demuth, Liebe mitHafs durch ihre Objekte oder Begriffe verknüpft:Stolz mit Liebe, Demuth mit Hafs durch ihre Em-pfindungen oder Impreffionem.

Daher behaupte ich nun, dafs nichts eine vondiefen Leidenfchaften hervorbringen kann, ohnemit ihr in einem doppelten Verhältniffe zu flehen,nemlich in dem Verhältniffe der Begriffe zu demObjekte der Leidenfchaft, und in einem Verhältniffeder Empfindung zu der Leidenfchaft felbft. Diefesfollen nun unfre Verfuche beweifen.

Er fter