Von dev Liebe und dem Haffe. T05
die Urfachen der erftern Leidenfcliaften, Luft oderUnluft, unabhängig von der Leidenfchaft hervor-bringen, mit gleicher Evidenz auf die Urfachen derletzlern angewendet werden können.
Zweite r Abfchnitt.
Verfuche, wodurch cl i e f e s S y f t e mbeftätiget wird.
w er diefe Gründe gehörig erwägt, wird keinBedenken linden, dem Schluffe beizupflichten, wel-chen ich aus ihnen in'Anfehung des Uebergangs anverbundenen Impreffionen und Begriffen ziehe, be-fonders da diefes ein an fich felbft fo leichter undnatürlicher Grundfatz ift. Aber um diefes Syftem,fowohl in Beziehung auf Liebe und Hafs, alsin Rückficht auf Stolz und Demuth, aufser allenZweifel zu fetzen; fo lafst uns einige neue Verfucheüber alle diefe Leidenfcliaften machen, und unsdabei an einige derer Beobachtungen erinnern, dieich fclion oben gemacht habe.
Um diefe /erfuche zu machen, fo lafst unsannehmen, ich wäre mit einem Menfchen in Gefell-fchaft, den ich anfänglich ganz gleichgültig, adfoohne alle Empfindungen, weder der Freundfcliaftnoch Feindfchaft betrachte. Hier habe ich das na-türliche und letzte Objekt aller vier Leidenfcliaftenvor mir. Ich felbft bin das eigentliümliche Objektdes Stolzes und der Demuth; die andere Perfon iltdas Objekt der Liebe und des Haffes.
Be-