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Ueber die menfchliche Natur..
Es würde ekelhaft feyn die Leidenschaften derLiebe und des Haffes, durch alle die Bemerkungenzu verfolgen, welche wir über Stolz und Demuthgemacht haben, und die fich auf beide Arten derLeidenfchaften in gleichem Grade anwenden laffen.Es wird genug feyn, im Allgemeinen zu bemer-ken, dafs das Objekt der Liebe und des Haffesoffenbar eine denkende Perfon: und dafs die Em-pfindung der erftern Leidenfchaft allemal angenehm,und der letztem unangenehm fey. Wir könnenalfo mit einigem Schein von Wahrscheinlichkeit an-nehmen, dafs die Urfache diefe r beidenLeidenfchaften allemal auf ein denken-des Wefen Beziehung habe; und dafsdie Urfache der Liebe ein befonderesVergnügen, und die Urfache des Haffesein befonderes Mifsvergnügen erzeuge.
Die eine diefer Vorausfetzung, nemlich die,dafs die Urfache der Liebe und des Haffes, auf einePerfon oder ein denkendes Wefen Beziehung habenluiiffe, um diefe Leidenfchaften zu erzeugen, iftnicht nur wahrfcheinlich, fondern über allen Zwei-fel gewifs. Tugend und Lafter, wenn fie in Ab-ftracto betrachtet werden; Schönheit und Hä'fslich-keit in leblofen Dingen; Armuth und Reichthum,wenn fie einer dritten Perfon angehören, erzeugennicht den geringften Grad von Liebe oderHafs, Ach-tung oder Verachtung, gegen folche die in keinerVerbindung mit ihnen ftehen. Ein Menfch fiehtzum Fenfter hinaus, erblickt mich auf der Strafse,
und