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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Von der Liebe und dem Haffe.

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Wenn wir die Urfache der Liebe und des Kaf-fes in Erwägung ziehen, fo werden wir finden, dai'seine fehr grofse Verfchiedenheit unter ihnen ift, unddafs fie nicht viele Stücke mit einander gemein ha-ben. Tugend, Wiffenfchaft, Witz, gute Gefinnung,Laune an einer andern Perfon erzeugen Liebe undAchtung; fo wie die entgegengefetzten Eigenfchaf-ten, Hafs und Verachtung hervorbringen. Diefel»bigen Leidenfchaften entftehen aus körperlichenVollkommenheiten, wie Schönheit, Stärke, Schnel-ligkeit, Gewandtheit; und aus den entgegen gefetz-ten Befchaffenheiten; ingleichen aus den äufsev-liehen vortheilhaften oder nachtheiligen Umftänden,wie Familie, Güter, Kleider, Nation und Klima.Alle diefe Dinge bringen durch ihre verfchiedcnenEigenfchaften Liebe und Achtung oder Hafs undVerachtung hervor.

Von der Betrachtung diefer Urfachefl müffenwir einen neuen Unterfchied zwifchen der Be-fchaffenheit, welche wirkt, und dem Sub-jekte, in welchem lieh diefe Eigenfchaft befindet,herleiten. Ein Fürft, der ein prächtiges Schlofsbefitzet, erlangt dadurch die Achtung des gemeinenHaufens; und diefes erftlich durch die Schön-heit des Pallafts, zweitens durch das Verhältnifsdes Eigenthumsj Welches es mit ihm verknüpft.Nimmt man eins von beiden Stücken weg, fo ver-geht die Leidenfchaft; und diefes beweift offenbar,dais die Urfache aus beiden Znfarmneügefetzt ift,

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