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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
89
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Von dem Stolze und der Demutlh.

danken, welche ihm die unangenehme Betrachtungund Vergleichung darreichen, er bekömmt fie nie-mals durch eine Sympathie mit andern; welchesfehr viel zu feiner Erleichterung und Befriedigungbeitragen mufs.

Wenn man einige Einwürfe gegen diefe Hypo-thefe, nach welcher das Vergnügen, wel-ches wir vom Lobe erhalten, aus derMittheilung der Gefinnungen ent- 'fpringt, machen follte, fo wird man bei genaue-rer Prüfung finden, dafs diefe Einwürfe, wenn fiein dem rechten Lichte betrachtet werden, mehr die-nen, diefelbe zu beftätigen als fie zu fchwachen.Die Volksmeinung kann felbft einem Manne ange-nehm feyn, der den Pöbel verachtet; aber fie iftihm blos deswegen angenehm, weil die Menge dasGewicht und das Anfehen der Lobfpriiche vermehrt.Gelehrte Diebe ergötzen lieh an den Lobfprüchen,ob fie gleichwohl wiffen, dafs fie folche nicht ver-dient haben; aber diefes ift eine Art von den Luft-fchlöffern, wo die Einbildungskraft lieh mit ihreneignen Erdichtungen i eluftiget, und fich Mühegiebt, fie durch die Sympathie mit den Meinungenanderer haltbar und feft zu machen. Stolze Leutefinden gewöhnlich an der Verachtung den ftärkftenAnftofs, ob fie ihr gleich nicht leicht beiftimmen;aber die Urfach davon ift der Widerfpruch zwi-fchen der Leidenfchaft, die ihnen natürlich ift, undderjenigen, welche fie durch Sympathie erhalten.Eben fo ift ein heftiger Liebhaber höchft unzufrie-*

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