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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Ueber die menfchliche Natur.

den, wenn man feine Liebe tadelt oder verdammt;ob es gleich klar ift, dafs diefer Widerfpruch kei-nen Einflufs haben kann, als durch feine eigne«Stärke und durch feine Sympathie. Wenn er euchverachtet, oder merkt, dafs ihr fcherzet, fo mögtihr fagen was ihr wollet, es wird nicht aufihn wirken.

Zwölfter Abfehnitt.

Von dem Stolze und der Demuthder T h i e r e.

In welchem Lichte wir alfo auch diefe Mate-rie betrachten mögen, fo bemerken wir immer,dafs die Urfachen des Stolzes und der Demuth mitunfrer Hypothefe genau korrefpondiren, und dafsnichts eine diefer Leidenfchaften erwecken kann,wenn es nicht mit uns felbft verknüpft ift, und zu-gleich unabhängig von der Leidenfchaft eine Luftoder Unluft hervörbringt. Wir haben nicht nurbewiefen, dafs das Beftreb m Luft oder Unluft zuerzeugen, allen Urfachen des Stolzes oder der De-muth gemein fey, fondern auch, dafs diefes das ein-zige Stück ift, das ihnen gemein fev, und dafs esfolglich auch die Eigenfchaft feyn mufs, wodurchbewirken. Wir haben ferner bewiefen, dafs diebeträchtlichften Urfachen diefer Leidenfchaften imGrunde nichts find, als das Vermögen angeneh-me oder unangenehme Empfindungen hervorzubrin-gen ;