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Ueber die menfchliche Natur.
barn hat einen gewiffen Einfiufs; fo wie auch dieVerachtung meiner Verwandten: Aber diefe wir-kenden Urfachen find ftets getrennt, und wirken niefo vereiniget, wie dann, Avenn die Verachtung vonPerfonen kömmt, die zugleich mit mir zufammenwohnen und auch meine Verwandten find. DiefesPhänomen ift ali'o unfrer eben ausgeführten Theorievom Stolze und von der Demuth, die gemeinen Le-iern vielleicht fehr feltfam Vorkommen mag, voll-kommen gemäfs.
Viertens, eine Perfon verbirgt in diefenUm-ftänden ihre Geburt gern vor folchen, unter denenfie lebt, und lieht es fehr ungern, wenn jemand ver-inuthet, dafs fie aus einem viel höherm Stande fey,als ihr gegenwärtiges Schickfal und ihre Lebensartverräth. Alles in diefer Welt wird nach der Ver-gleichung gefchätzt. Ein ungeheures Vermögen füreinen vornehmen Privatmann ift für einen FürftenBettelei. Ein Bauer würde lieh fchon für glücklichfchätzen, wenn er das hätte, was für einen Edel-mann nicht zu feinen nothwendigften Bediirfniffenhinreicht. Wenn ein Menfch entweder zu einerglänzenden Lebensart gewöhnt ift, oder lieh durchfeine Geburt und durch feinen Stand dazu berechti-get glaubt, fo ift ihm alles zuwider, was darunterift, und er fchämt lieh deffen fogar; und verbirgt mitdem gröfsten Fleifs feine Anfprüche auf ein befferesSchickfal. Hier kennt er fein Unglück felbft; al-lein da diejenigen, mit denen er zufammen lebt,nichts davon wifferi, fo lind es blos feine eigene Ge-
dan-