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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
Seite
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go Ueber die menfcliliehe Natur.

Leidenfchaften anderer, und machen, dafs wir fieuns fehr ftarlt und lebhaft vorftelien.

Es ift gleich im Anfänge diei'er A bhandlung be-merkt worden, dafs alle Begriffe von Impreffionenabfiammen, und dafs diefe beiden Arten der Vor-ftellungen blos indem Grade ihrer Stärke undLebhaf-tigkeit, mit der fiedieSeele afliciren,verfchieden find.Die Beftandtheile der Begriffe aus Impreffionen findfich vollkommen ähnlich. Die Art und VYeife, wiefie erfcheinen, kann cliefelbige feyn, die unterfchie-denen Grade ihrer Stärke und Lebhaftigkeit, finddie einzigen Stücke, worinne fie von einander ab-vceichen: Und da diefer Unterfchied durch das Ver-hältnifs zwifchen den Impreffionen und Begriffen ge-\viffermafsen gehoben werden kann, fo ift es keinWunder, dafs ein Begriff von einer Gefinnur.g oderLeidenfchaft hierdurch fo lebhaft werden kann, dafser felbft zu derfelbenGefinnungund zu derfelben Lei-denfchaft wird. Der lebhafte Begriff eines Dingesnähert fich allemal feiner Impreffion j und es ift be-kannt, dafs man Krankheit und Schmerz aus blofserEinbildung fühlen,, und dafs man realiter in eineKrankheit verfallen kann, WSnn man zu oft fehrlebhaft an fie denkt. Aber diefes ift in Anfehungder Meinungen und Leidenfchaften noch gewiffer;und hier trifft es vornemlich zu, dafs fich ein leb-hafter Begriff in eine Impreffion verwandelt. UnfreLeidenfchaften hängen mehr von uns felbft und vonden innerlichen Wirkungen des Gemüths ab, als ir-gend eine andere Impreffion ; und aus diefern Grun-de