7° Ueber die mcnfcliliclie Natur.
hen, der von diefen Beweggründen frei ift, fo neh-men wir an, dafs es ihm möglich fey die Handlungzu thun oder zu Ipffen; und ob wir gleich im All-gemeinen vorausfetzen können, dafs er durch Grün-de und Urfaclien beftimmt werde, fo hebt diefesdoch die Ungewifsheit unfers Urtheils in Anfehungdiefer Urfachen und den Einflufs diefer Ungewifs-heit auf dieLeidenfchaften nicht. Da wir nun einemjeden das Vermögen, eine Handlung zu thun, zu.fchreiben, der keinen mächtigen Grund hat, fie zuunterlaffen, und es denen abfprechen, die einen fol-chen Grund haben; fo kann man richtig fchliefsen,dafs die Kraft oder das Vermögen allemal eineBeziehung auf ihre Ausübung habe, fie mag nunentweder wirklich oder nur wahrfcheinlich feyn,und dafs wir einem Menfchen eine Gefchicklichkeitoder Kraft beilegen , wenn wir aus vergangner Er-fahrung wiffen, dafs es wahrfcheinlich oder wenig-stens möglich ift, dafs er fie zeige. Und da unfreLeidenfchaften allemal die reelle Exiftenz der Ob-j’ekte betreffen, und wir diefe Realität jedesmal ausvergangenen Fällen abnehmen; fo kann in derThat,ohne weiteres Raifonnement nichts einleuchtenderfeyn, als dafs die Kraft in der Möglichkeit oderWahrfcheinlichkeit einer Handlung befteht, dielieh durch Erfahrung und im Umgänge der Weltoffenbaret.
Nun ift es offenbar, dafs wenn eine Perfon ineiner iolchen Lage gege*i mich ift, dafs kein fehrStarker Grund da ift, ihn von Beleidigungen abzu-halten,