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2 (1791) Ueber die Leidenschaften
Entstehung
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Ueber die menfcbliche Natur.

ihm allemal mit grüfserm Vergnügen ftehen, undkömmt mit gröfserer Leichtigkeit zu ihm, als zurFrau. Es ift leicht zu fehen, dafs diele Eigenfchaftdas Verhältnis des Kindes zum Vater ftärken, unddas zur Mutter fchwächen mufs. Denn da alleVer-hältniffe nichts find, als ein Beftreben von einemBegriffe zum andern überzugehen, fo mufs alles,was diefes Beftreben gröfser macht, auch dem Ver-hältniffe mehr Feftigkeit geben; und da wir eingröfseres Beftreben haben, von dem Begriffe derKinder zu dem Begriffe des Vaters, als zu dem Be-griffe der Mutter überzugehen, fo fehen wir das er-fte Verhällnifs als enger und wichtiger an, als dasletztere. Darum führen die Kinder gemeiniglichihres Vaters Namen, und man fchätzt ihre Geburtnach feiner Familie entweder vornehm oder ge-ring. Und wenn gleich die Mutter mehr Geift undVerftand hat als der Vater, welches gar oft der Fallift, fo behält die allgemeine Regel nach deroben erklärten Theorie, der Ausnahme ungeachtet,dennoch die Oberhand. Ja wenn auch der Vorzugirgend einer Ar); fo grofs ift, oder wenn andre Grün-de machen, dafs die Kinder lieber die Familie ihrerMutter, als ihres Vaters nennen, fo behält die all-gemeine Regel dennoch eine Kraft, fie fchwächt dasVerhältnis und macht eine Art von Lücke oderBruch in der Reihe der Vorfahren. Die Einbil-dungskraft läuft nicht mit Leichtigkeit an ihnen hin,fie kann die Ehre und das Anfelien der Ahnen nichtfo ungezwungen zu der Nachkommenfchaft gleiches

Na-